Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kalibrierung des Polsuchers

  • Bevor Sie Maßnahmen ergreifen, beachten Sie bitte, dass die Kalibrierung (oder Registrierung) des Polsuchers keine triviale Aufgabe ist und nicht erforderlich ist, wenn Ihr Tracker innerhalb seiner Belastungsgrenze normal funktioniert. Diese Anleitung richtet sich an Nutzer, die mit der Verwendung eines Polsuchers vertraut sind und wissen, wann eine Kalibrierung notwendig sein kann.

  • Bitte behandeln Sie das Fadenkreuzglas ebenfalls vorsichtig – es ist zerbrechlich und kann bei zu starkem Druck beschädigt werden. Schäden durch unsachgemäße Handhabung sind nicht durch die Garantie abgedeckt.


Dieser Artikel ist eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kalibrierung des Polsuchers. 

Zuallererst bestehen Fadenkreuzrahmen in Polsuchern aus einem Stück Glas oder Kunststoff und sind unter Belastung leicht zerbrechlich. Beim Einstellen der drei Stellschrauben (die roten Schrauben in Abb. 1), die den Fadenkreuzrahmen mit dem Polsuchergehäuse verbinden, ist Vorsicht geboten, um ein Zerdrücken zu vermeiden.

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Zu festes Anziehen dieser Schrauben führt SEHR WAHRSCHEINLICH zum Bruch des Fadenkreuzrahmens. GREIFEN SIE NICHT DEN TEIL DES SCHLÜSSELS, DER IM RECHTEN WINKEL ZUR DREHACHSE STEHT.. Greifen Sie stattdessen immer den axialen Teil beim Festziehen (Abb. 2). Hören Sie mit dem Festziehen auf, sobald Sie Widerstand spüren.

fig.2

Kommen wir nun zum Kalibrierungsteil. Die folgenden Schritte setzen voraus, dass Sie einen NOMAD-Sterntracker, einen MSM-Polsucher und eine Polsucherhalterung sowie einen Astro-Keil besitzen. Der Telefonhalter-Adapter für NOMAD kann auch als Polsucherhalter dienen.

  1. Richten Sie Ihren Keil und den MSM-Tracker mit der Universalhalterung wie gewohnt auf einem Stativ ein (Abb. 3).

fig.3

 

  1. Stellen Sie den Handknopf (Abb. 4) an der Polsucherhalterung so ein, dass sich der Polsucher leicht und ohne Wackeln in der Halterung drehen lässt. Das Drehen des Polsuchers in der Halterung kann Kratzer am Tubus verursachen.. Wenn dies ein Problem darstellt, können Sie den Tubus mit transparentem Klebeband umwickeln.

💡 Profi-Tipp für maximale Präzision: Wenn es schwierig ist, das Wackeln aufgrund der runden Basis zu beseitigen, verwenden Sie PTFE (Installations-)Band statt Standardklebeband. Dies erzeugt eine reibungsarme, „passgenaue“ Verbindung, die das Teleskop perfekt zentriert hält und gleichzeitig eine mühelose Drehung während der Kalibrierung ermöglicht.

fig.4
  1. Wählen Sie ein Merkmal am Polsucher als Ihren Bezugspunkt, zum Beispiel eines der zwei eingekreisten Merkmale in Abb. 5, das sich gut zum Merken eignet. Der Bezugspunkt hilft Ihnen später zu erkennen, ob der Sucher um 180 Grad gedreht wurde.

fig.5
  1. Drehen Sie den Sucher so, dass das von Ihnen gewählte Merkmal nach oben zum Himmel zeigt.

  2. Suchen Sie ein spitzes Ziel im Freien, das mehr als 100 Meter entfernt ist. Eine Gebäudeecke ist eine gute Wahl (Abb. 6). Sie ist scharf und leicht zu finden.

fig.6
  1. Stellen Sie den Keil so ein, dass das Zentrum des Fadenkreuzes auf das Ziel ausgerichtet ist (Abb. 7). Das Gebäude ist aufgrund des Bildgebungsprinzips des Polsuchers auf dem Kopf. Möglicherweise müssen Sie Fokussieren Sie Ihren Polsucher in diesem Schritt.

fig.7


  1. Drehen Sie den Polsucher um 180 Grad. Sie erkennen dies daran, dass das in 'Schritt 5' gewählte Referenzmerkmal nun nach unten zum Boden zeigt.

  2. Bei einem nicht kalibrierten Polsucher werden Sie feststellen, dass das Zentrum des Fadenkreuzes vom Ziel abweicht (Abb. 8). Stellen Sie sich nun eine virtuelle Linie vor, die das Zentrum des Fadenkreuzes und das Ziel verbindet. Die Drehachse des Polsuchers liegt jetzt genau in der Mitte zwischen Ziel und Zentrum des Fadenkreuzes (Abb. 9). Das ist der Punkt, zu dem wir das Zentrum des Fadenkreuzes verschieben wollen.

fig.8
fig.9
  1. Merken Sie sich mental die Position des roten Punktes (Abb. 9) relativ zum FadenkreuzmusterEs ist schwierig, aber geben Sie trotzdem Ihr Bestes.


  1. Stellen Sie den Keil so ein, dass das Ziel den roten Punkt erreicht (Abb. 10).

fig.10
  1. Ziehen Sie den Handknopf an der Universalhalterung fest, um ein versehentliches Drehen des Polsuchers zu verhindern.


  1. Jetzt befindet sich unser Ziel im Drehzentrum des Polsuchers. Es dient als guter visueller Bezugspunkt. Alles, was jetzt noch bleibt, ist, die drei Stellschrauben so einzustellen, dass das Zentrum des Fadenkreuzes auf das Ziel verschoben wird (Abb. 11). Wenn Sie eine leicht lösen und eine andere anziehen, verschiebt sich das Fadenkreuz nach oben, unten, links oder rechts. Es ist eine Sache von Versuch und Irrtum. Seien Sie geduldig, und Sie werden es schließlich schaffen. Wichtig ist, während dieser Einstellung die Stellschrauben nicht zu stark zu lösen. Maximal eine Vierteldrehung pro Schraube auf einmal.

fig.11
  1. Wiederholen Sie Schritt 6 bis Schritt 12 bei Bedarf. Ein kalibrierter Polsucher sieht aus wie in Abb. 12, wobei das Zentrum des Fadenkreuzes beim Drehen des Suchers um seine Achse auf dem Ziel bleibt.