Die Wintermilchstraße fotografieren, bevor der Frühling kommt
< User Story · Ausgabe 07 >
⏱️ Lesezeit: 10–12 Minuten
Willkommen zur siebten Ausgabe unserer User-Story-Reihe.
Diesmal stellen wir Luca Gallucci (IG @lucagalluccii) und sein atemberaubendes Panorama der Wintermilchstraße vor, aufgenommen im Val d'Orcia in Italien.
📍Eine andere Jahreszeit, eine andere Geschichte
Das Val d'Orcia ist wahrscheinlich einer der meistfotografierten Orte Italiens. Die meisten Fotografen besuchen die Region im Frühling, wenn sich die sanften Hügel in leuchtendes Grün verwandeln und die Landschaft ihr ikonisches Erscheinungsbild annimmt, das diese Region auf der ganzen Welt berühmt gemacht hat.
Für dieses Bild wollte ich jedoch eine andere Geschichte erzählen.
Ich entschied mich für einen Besuch Ende Februar, zu einer Jahreszeit, in der das Val d'Orcia deutlich weniger besucht wird. Die Felder sind noch nicht grün geworden, und die Landschaft wirkt ruhiger und karger. Doch gerade diese Atmosphäre bot die perfekte Gelegenheit, ein Schauspiel zu fotografieren, das nur wenige Menschen mit dieser Gegend verbinden: die Wintermilchstraße.
Mein Ziel war es, den gesamten Milchstraßenbogen über einem der berühmtesten Orte der Toskana aufzunehmen.
🗺️ Aufnahmeplanung
Wie bei jedem Landschaftsastrofotografieprojekt begann die Arbeit mehrere Tage vor der eigentlichen Aufnahme.
Mit Planit Pro untersuchte ich sorgfältig die Ausrichtung des Himmels, um das ideale Aufnahmefenster zu bestimmen.
Mein Ziel war es, das perfekte Gleichgewicht zwischen der Position des Milchstraßenbogens und der Landschaftskomposition zu erreichen.
✨ Schließlich bot ein Abend Ende Februar genau die Bedingungen, auf die ich gewartet hatte.
Vor Ort
Ich kam vor Sonnenuntergang an, um meine Ausrüstung aufzubauen und die Komposition noch bei Tageslicht fein abzustimmen.
Das gesamte Setup wurde von einem Sunwayfoto-T2840CK-Stativ getragen, während ein Move Shoot Move NOMAD-Tracker für die Himmelsaufnahmen zum Einsatz kam.
Angesichts der großen Anzahl an Bildern, die für das Panorama erforderlich waren, war eine präzise Polausrichtung unerlässlich.
Sobald es dunkel geworden war, begann ich mit der Himmelssequenz. Die Stille war vollkommen. Einer der Aspekte, die mir an dieser Session am besten gefielen, war, das Val d'Orcia außerhalb der Touristensaison zu erleben – ohne andere Fotografen und mit meiner ungeteilten Aufmerksamkeit auf den Himmel über mir.
Da das Panorama mehrere Bilder und mehrere separate Aufnahmesequenzen erfordern würde, war eine meiner größten Sorgen, das gesamte Projekt abzuschließen, bevor die Milchstraße zu tief in Richtung Horizont sank.
Jeder Schritt musste sorgfältig ausgeführt werden, sodass nur wenig Raum für Fehler blieb. Zwischen den RGB-Daten, der H-Alpha-Aufnahme und den Vordergrundbelichtungen dauerte die Sitzung mehrere Stunden und erforderte die ganze Nacht über ständige Aufmerksamkeit.
Ausrüstung und Aufnahme
🌄 Für den Vordergrund verwendete ich eine Nikon Z6II mit einem Tamron 15–30 mm G2 und nahm ein Panorama aus 6 Panels mit Belichtungen von 240 Sekunden bei f/4 und ISO 1000 auf.
🌌 Für die RGB-Himmelsdaten verwendete ich dieselbe Kombination aus Nikon Z6II und Tamron 15–30 mm G2 und nahm 7 Panels auf, die jeweils aus vier 90-Sekunden-Belichtungen bei f/2.8 und ISO 1000 bestanden.
Um die überall in der Wintermilchstraße sichtbaren Wasserstoffemissionsregionen hervorzuheben, nahm ich einen speziellen H-Alpha-Datensatz mit einer Nikon D5600 auf, die mit einer Super-UV/IR-Cut-Konvertierung modifiziert war, kombiniert mit einem Irix-21-mm-Objektiv und einem STC Astro Duo Schmalbandfilter.
Diese Sequenz bestand aus 5 Panels mit jeweils fünf 130-Sekunden-Belichtungen bei f/2.2 und ISO 2500. Alle Himmelsdaten wurden mit dem Move Shoot Move NOMAD-Tracker aufgenommen, der es mir ermöglichte, genügend Signal zu sammeln, um die schwachen Emissionsnebel entlang des galaktischen Bogens sichtbar zu machen.
🖥️ Bearbeitung
Die Bearbeitungsphase war wahrscheinlich der anspruchsvollste Teil des Projekts.
Die RGB- und H-Alpha-Panels wurden in PixInsight kalibriert und bearbeitet, wobei ich mich hauptsächlich auf die Extraktion von Nebeln und die Rauschreduzierung konzentrierte.
Anschließend wurden die Panoramen in PTGui zusammengesetzt, um den vollständigen Bogen der Milchstraße zu erstellen.
Zum Schluss wurde Photoshop verwendet, um den nachgeführten Himmel mit dem Vordergrund zu verschmelzen und die Gesamtbalance des Bildes zu verfeinern.
💭 Abschließende Gedanken
Dieses Bild verkörpert perfekt, was ich an der Landschaftsastrofotografie am meisten liebe: eine neue Perspektive an Orten zu finden, die scheinbar bereits auf jede erdenkliche Weise fotografiert wurden.
Während die meisten Menschen auf die grünen Farben des Frühlings warten, bevor sie das Val d'Orcia besuchen, wollte ich diesen kurzen Übergang festhalten, in dem der Winter langsam zu Ende geht.
Über der schlafenden Landschaft schreibt die Wintermilchstraße ihr letztes Kapitel, bevor sie einer neuen Jahreszeit weicht.
⚙️ Ausrüstungsliste
| Kamera (Vordergrund) | Nikon Z6 II |
| Objektiv | Tamron 15–30 G2 |
| Kamera (RGB-Himmel) | Nikon Z6 II |
| Objektiv | Tamron 15–30 G2 |
| Kamera (H-Alpha-Himmel) | Nikon D5600 (Super UV/IR Cut) |
| Objektiv | Irix 21 mm |
| Filter | STC Astro Duo Schmalbandfilter |
| Stativ | Sunwayfoto T2840CK-Stativ |
| Tracker | Move Shoot Move NOMAD |
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