User Story Bd. 11 đWenn Ruinen auf die aufsteigende MilchstraĂe treffen

< User Story·Vol.11 >
8 Min. Lesezeit
Willkommen zur elften Ausgabe unserer Serie âUser Storyâ.
Diesmal geht es nach SĂŒdaustralien, wo Eric Wilkes (IG @eric_wilkes_photography) die Schönheit des Kerns der MilchstraĂe der SĂŒdhalbkugel festhielt, der ĂŒber einer abgelegenen lĂ€ndlichen Landschaft aufging.
Die perfekte Nacht finden
Ich hatte schon sehnsĂŒchtig darauf gewartet, hinauszugehen, sobald der Kern der MilchstraĂe sichtbar wurde, doch das Leben und das Wetter hatten andere PlĂ€ne.
SchlieĂlich bekam ich an einem mondlosen Sonntagabend die Gelegenheit, fotografieren zu gehen, und machte mich zu einem meiner Lieblingsorte in der NĂ€he des winzigen Ortes Towitta auf, etwa 90 Autominuten von Adelaide in SĂŒdaustralien entfernt.
Die Aufnahme planen
Der Plan war ganz einfach: Ich wollte einen Ort unter dunklem Himmel mit einigen interessanten Ruinen finden, ĂŒber denen die MilchstraĂe kurz nach Mitternacht aufgehen wĂŒrde. Ich wollte auf den Kern und Rho Ophiuchi heranzoomen, sodass sie den Himmel dominierten, also entschied ich mich fĂŒr ein lichtstarkes 50-mm-Objektiv mit f/1,4.
Vor Ort
Nach der Erkundung geeigneter Orte richtete ich mich lange im Voraus ein. Ich hatte das GlĂŒck, die erste NachthĂ€lfte nutzen zu können, um Orion beim Untergehen ĂŒber einem anderen GebĂ€ude aufzunehmen, und mich anschlieĂend um 180 Grad zu drehen, um in dieser Aufnahme den aufgehenden Kern festzuhalten. Das alles gelang von einer abgelegenen StraĂe aus, ohne ZĂ€une ĂŒberqueren oder die Besitzer um Erlaubnis bitten zu mĂŒssen (obwohl die meisten Bauernhöfe in dieser Gegend sehr entgegenkommend sind â man muss sie nur finden).
Meine bevorzugte Kamera war meine astromodifizierte Canon RP, um die Nebel in den Himmelsaufnahmen hervorzuheben. FĂŒr die Vordergrundbilder verwendete ich jedoch dieselbe Kamera und dasselbe Objektiv, da sie gute Ergebnisse liefern, auch wenn ich den Farbstich der Astromodifikation etwas korrigieren muss.

Vordergrund
Der Prozess war unglaublich einfach: Zuerst erstellte ich den Vordergrund als 3-teilige horizontale Panoramaaufnahme, wobei sich die Kamera im Hochformat befand.
ISO 1600 und eine zweiminĂŒtige Belichtung bei f/1.4, um bei einer fĂŒr das menschliche Auge unglaublich dunklen Szene so viel Sternenlicht wie möglich einzufangen.
Die Szene war zu schwierig, um sie kĂŒnstlich auszuleuchten. Ich hatte GlĂŒck, dass die GebĂ€ude und BĂ€ume weit genug von der Kamera entfernt waren, sodass ich mit f/1.4 fotografieren konnte und keinen Fokus-Stack fĂŒr die Bilder benötigte.

Himmel
Nachdem ich diese Aufnahmen gemacht hatte, bewegte ich die Kamera etwa 20 m zur Seite, sodass die BÀume und das GebÀude nicht mehr vor mir waren (ich blickte jedoch weiterhin genau in dieselbe Richtung).
Ich richtete meinen Nomad Tracker mit der SkySafari-Pro-App nach dem Himmelspol aus (das dauert höchstens eine Minute) und richtete dann die Kamera ein, um den Himmel erneut als horizontales Panorama aus drei Aufnahmen festzuhalten, diesmal mit meinen normalen Einstellungen: ISO 400, f/2.0 und 2 Minuten pro nachgefĂŒhrter Aufnahme. Das Himmelsbild entsprach all meinen Erwartungen, selbst mit etwas dunklem Dunst am Horizont. Insgesamt dauerte die Aufnahme der Bilder weniger als 30 Minuten. Danach ging es zurĂŒck ins Auto fĂŒr eine lange zweistĂŒndige Heimfahrt und ins Bett.
Bildbearbeitung
Die Bildbearbeitung war einfach: Beide Panoramen wurden in Lightroom zusammengefĂŒgt und anschlieĂend in Photoshop etwas nachbearbeitet. Die beiden Bilder wurden in Photoshop mithilfe der Himmelsersetzung kombiniert, anschlieĂend erfolgte die finale Bearbeitung in Lightroom. Insgesamt war es eine wunderbare, wenn auch spĂ€te Nacht und ein groĂartiger Start in die MilchstraĂen-Saison.
Tipps fĂŒr den Erfolg
- Bei Panoramen solltest du immer mit dem Pinhead auf einer ebenen Basis oberhalb des Trackers beginnen; das ZusammenfĂŒgen funktioniert dann deutlich leichter.
- Wenn du einen schönen dunklen Himmel hast, ist es nicht immer nötig, Bilder zu stapeln; schöne lange Belichtungen von 1â2 Minuten liefern groĂartige Ergebnisse.
- Die Polausrichtung mit einem Smartphone ist fĂŒr solche Bilder mehr als ausreichend und wirklich schnell erledigt.
- Erkunde deine Aufnahmeorte und plane deine Aufnahmen bei Tageslicht; dadurch geht nachts alles viel leichter.
AusrĂŒstungsliste
| Kamera | Canon RP (astronomisch modifiziert) |
| Objektiv | Canon RF50mm f1.4 VSM |
| Kamerafernauslöser | Kabelloser Fernauslöser Godox TR-RX |
| Tracker | MSM Nomad Tracker |
| Tool zur Polausrichtung | Eric Wilkes Telefon-Tracker |
| Zubehör | MSM Alyn Wallace V-Platte |
| Zubehör | Bexin-Mini-Panoramakopf |
| Stativkopf | MSM-Keil |
| Stativ | Leofoto LO-324C-Stativ |